Magstadt, den24. Mai 2018: Bundesweit wird die polizeiliche Kriminalitätsstatistik als Erfolg gefeiert. Die Gesamtzahl der Straftaten sei auch im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg  rückläufig und gleichzeitig steige die Aufklärungsquote auf 62,5 Prozent. Der Ludwigsburger Polizeipräsident Frank Rebholz sieht dies als Zeichen dafür, bei der Kriminalitätsbekämpfung die richtigen Schwerpunkte gesetzt und gute Arbeit geleistet zu haben. Die Kriminalitätsbelastung  sei „so niedrig, wie seit Jahren nicht mehr“. Die aktuellen Werte waren im Kreis Böblingen nur 2010 besser gewesen. Die gute Arbeit der Polizei kann der Böblinger AfD Abgeordnete Harald Pfeiffer, der gerade eine Nachtschicht mit einer Polizeistreife durchleben durfte, nur voll bestätigen.

Allerdings zweifelt er die Aussagekraft der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik an.

Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast

„Wie sich diese Zahlen errechnet haben wird vorsorglich im Verborgenen gelassen und verschleiert“, stellt Pfeiffer fest und führt die Aussage des Präsidenten des Leipziger Amtsgerichts Michael Wolting an, wonach „ das Bundeskriminalamt die Regeln zur Führung der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik in den letzten zehn Jahren 245 Mal geändert, angepasst und beschönigend verändert“ habe.

Für Pfeiffer ist es ein Trugschluss von der Statistik auf weniger Kriminalität und somit mehr Sicherheit zu schließen. In die Statistik fließen natürlich nur Taten ein, die festgestellt werden. Viele Polizei-Kontrollen bedeuten viele Straftaten, keine Kontrollen bedeuten keine Straftaten in der Statistik.

„Der eklatante Personalabbau der letzten Jahre rächt sich angesichts der aktuellen Situation, in der sich Deutschland befindet. Der Personalabgang der nächsten Jahre wird kaum durch die Zahl der angedachten Neueinstellungen aufgefangen werden können.“

Die Polizeistatistik bildet alles ab, nur nicht die Realität.

Eine Vielzahl von Straftaten – zum Beispiel beim Ladendiebstahl –  werde gar nicht erst angezeigt. Einerseits würden  Verkäuferinnen aus Angst vor Gewalt zunehmend davon Abstand nehmen, Täter zu stellen. Andererseits würden sie auf Anzeigen gegen Unbekannt verzichteten, weil diese eh zu nichts führten würden. So beziffert eine aktuelle Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts EH die Zahl der Ladendiebstähle auf 26 Millionen pro Jahr. In der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik seien aber lediglich 365.000 ausgewiesen

„Die vielen Frauen, die nur mit Worten sexuell belästigt werden, setzen sich nicht drei Stunden in ein Polizeirevier, um eine Anzeige gegen jemanden aufzugeben, der ohnehin nicht gefasst oder gar verfolgt wird“, so Pfeiffer. Für ihn sei es „vielsagend, dass  Frauen oft nicht mehr mit der Bahn oder dem Bus fahren möchten und sich in der Dunkelheit nicht mehr alleine auf die Straße trauen“. Auf der anderen Seite sind  die Selbstverteidigungskurse ausgebucht. Anträge auf einen kleinen Waffenschein schnellen exorbitant in die Höhe“. Jede Informationsveranstaltung zum Umgang mit Pfefferspray hat inzwischen mehr Besucher als ein Kreisparteitag der SPD“, so Pfeiffer weiter.

Es sei daher an der Zeit, durch ein ungeschönte Statistiken den Bürgern endlich reinen Wein einzuschenken, damit auch dem Letzten ein Licht aufgehe. „Zwei Millionen Zuwanderer, aber die Arbeitslosigkeit und Kriminalität sinke, das glaubt doch kein Mensch“, schließt Pfeiffer.