Stuttgart, 18.1.2019: Der in die Kritik geratene Islamverband Ditib reagiert mit einer Personalrochade an der Spitze. Bereits am 4. Januar wurde Kazim Türkmen zum Vorstandsvorsitzenden gewählt, und verkündete prompt einen „Neustart“. Diese Äußerungen erscheinen jedoch nicht nur deshalb unglaubwürdig, weil Türkmen sofort einschränkte, dass man Arbeit und Strukturen nicht „abrupt“ ändern werde, sondern auch weil Türkmen selbst ein alter Bekannter ist. Er war zuvor bereits Vorsitzender des Obersten Religionsrates (DITIB) in Deutschland.

„Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“, kommentiert der Böblinger Abgeordnete Harald Pfeiffer den vermeintlichen „Neustart“ von Ditib lakonisch. Das Ziel von Ditib ist für Pfeiffer klar: „Die wollen um jeden Preis als Religionsgemeinschaft anerkannt werden. Das haben sie ja selbst gesagt. Sobald sie das geschafft haben, sind sie quasi unangreifbar.“

Das es sich bei der jüngsten Volte nur um eine PR Maßnahme handelt, liegt für Pfeiffer auf der Hand. „Im Moment geben sie sich moderat, um ihr Ziel nicht zu gefährden. Das Ganze ist lediglich eine Beruhigungstablette für die deutsche Öffentlichkeit“, ist sich der Landespolitiker sicher und erinnert an die Skandale der vergangenen Monate: „In Ditib Moscheen wurde für den Sieg von Erdogans Soldaten gebetet, kleine Kinder wurde für martialische Theaterstücke, in denen der Märtyrertod verherrlicht wird missbraucht. Glauben die etwa wir hätten das vergessen?“ Ebenso war Ditib in die Bespitzelung von Auslandstürken involviert und meldete Erdogan kritische Bemerkungen nach Ankara. „Kaum verwunderlich“, findet das der AfD Politiker, schließlich sei Ditib ja direkt dem türkischen Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet İşleri Başkanlığı, kurz Diyanet) unterstellt.

„Wenn der neue Vorsitzende nun meint, Ditib gehöre zu Deutschland, kann ich nur lachen“, kommentiert Pfeiffer die Aussagen des neuen Ditib Vorsitzenden. „Ditib gehört zur Türkei und ist ein trojanisches Pferd von Herrn Erdogan. Das erkennt man doch schon am Namen.“ Die Organisation ist in Deutschland momentan als eingetragener Verein unter dem Namen „Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V.“ registriert. In der Außendarstellung verwendet der Verein jedoch stets seinen türkischen Namen, aus dem sich auch die Abkürzung Ditib speist: Diyanet İşleri Türk İslam Birliği.