Stuttgart, den 12.05.2020 

Vielleicht erinnern Sie sich: Mitte der 1980er Jahre gab es Steuergeschenke – für Diesel-PKW. Denn diese galten als schadstoffarm. Mittlerweile sind rund 35 Jahre vergangen.  Und in dieser Zeit sind die Verbrenner-PKW nochmals deutlich sparsamer, sicherer und vor allem: sehr viel sauberer geworden. Zu verdanken ist dies einer hochentwickelten Motorentechnik, Maßnahmen wie Abgasrückführung und aufwändigen Reinigungsanlagen im Abgastrakt. 

Die Antwort der Politik? Fahrverbote! 

Eine ideologisch getriebene Feindschaft gegenüber dem Individualverkehr, dem Verbrennungsmotor und dem Hochtechnologiestandort Deutschland!

Und dabei werden die Verbrenner noch sauberer. Mit Euro 6d-Temp ist auch das Stickoxid-Problem endgültig vom Tisch. 

Bleibt noch der nicht-motorische Feinstaub (der motorische ist durch Partikelfilter ja kein Thema mehr). Auch hier gibt es bereits Lösungen, mit neuen Materialien bei Bremsen und Reifen, die den Feinstaubanfall massiv reduzieren. 

Apropos Feinstaub. Es gibt Hinweise, dass die Belastung durch S- und U-Bahnen besonders hoch ist. Denn auch diese erzeugen ordentlich Bremsabrieb. Wo ist hier der Ruf nach Fahrverboten?!

Auch die CO2-Problematik von Diesel- und Benzinantrieben ist lösbar. Die Lösung heißt: E-Fuels, synthetische Kraftstoffe, aus erneuerbarer Energie. Wirtschaft und Industrie haben hier hervorragende Konzepte in der Schublade – und die Politik darf dieser Entwicklung nicht länger im Wege stehen. Bosch-Chef Volkmar Denner schrieb am 7.Mai hierfür ein leidenschaftliches Plädoyer: „Die Politik sollte schnell die nötigen Rahmenbedingungen schaffen, nur dann werden eFuels bereits in dieser Dekade nennenswert an unseren Tankstellen verfügbar sein.“

Ich schließe mich dem an!

Hören wir auf, den Individualverkehr zu benachteiligen. Der Individualverkehr ist nicht nur ein zentrales Stück Freiheit und Flexibilität, sondern zeigt übrigens seine Vorteile gegenüber öffentlichen Verkehrsmitteln auch hinsichtlich des Infektionsschutzes.

Hören wir auf den Verbrennungsmotor zu verteufeln. Nicht nur weil er unseren Wirtschaftsstandort stärkt und hochwertige Arbeitsplätze schafft, sondern weil er auch technisch und ökologisch mittlerweile hervorragend ist. Egal ob als Otto- oder Dieselmotor. 

Bleiben wir als Politik technologieoffen. Überlassen wir die Entscheidung der technologischen Umsetzung dem Markt und der Industrie. 

Fördern wir E-Fuels nicht weniger als wir das bei anderen Umwelttechnologien auch tun oder getan haben!