Die Dimension des wirtschaftlichen Schadens der aktuellen Corona-Politik – deren Ausmaß wie deren Tragweite – kann derzeit nur erahnt werden. Klar ist jedoch: Viele wirtschaftliche Existenzen werden vernichtet, und wenn wir nicht aufpassen wird der Schaden letztlich irreparabel sein.

Ich halte es deshalb für absolut unverantwortlich, mit dem Verbrennungsmotor ohne Not die Vernichtung der letzten noch verbliebenen Großtechnologie zu forcieren, bei der die deutsche Industrie einen Wettbewerbs- und Know-How-Vorteil besitzt.

Söders Vorstoß schadet aber nicht nur der Wirtschaft, sondern auch dem Klima. Nützen tut Söders Vorstoß nur ihm selbst.

Warum würde es dem Klima schaden, wenn ab dem Jahr 2035 keine Verbrennungsmotoren mehr in Deutschland zugelassen werden dürften? Ganz einfach: Weil die Automobilindustrie in diesem Falle bereits lange davor die Entwicklung sparsamerer und damit klimafreundlicherer Verbrennungsmotoren einstellen würde. Das Problem ist jedoch, dass weite Teile Asiens, Südamerikas und Afrikas weit über das Jahr 2050 hinaus auf Verbrennungsmotoren angewiesen sein werden, weil der Stand der dortigen Elektrifizierung eine umfangreiche E-Mobilität schlicht nicht zulässt. Gleichzeitig wird es im Jahr 2050 in den dortigen Schwellen- und Entwicklungsländern ein Vielfaches(!) an PKWs geben, verglichen mit Europa. Diese PKWs werden dann von Verbrennungsmotoren angetrieben, die sehr viel klimaschädlicher sein werden, als dies bei einer verantwortungsvolleren Klimapolitik der Fall wäre, die auch über das Jahr 2035 hinaus auf Verbrennungsmotoren setzt.

Als potentieller Kanzlerkandidat setzt Söder mit seiner Forderung eines Verbots des Verbrennungsmotors also erkennbar auf eine Strategie, die sich bereits wie ein grüner Faden durch Angela Merkels Amtszeit zieht: Das Wohl des Landes und die Grundsätze der eigenen Partei sind stets dem eigenen Machtkalkül unterzuordnen!

Dieser Strategie Merkels haben wir den sachlich nicht begründbaren Atomausstieg nach dem Reaktorunfall in Fukushima ebenso zu verdanken, wie die unkontrollierte Grenzöffnung 2015, und die ruinöse aber vergleichsweise wirkungslose Energiewende.

Überall auf der Welt setzt sich derzeit die Erkenntnis durch, dass man entweder aus der Atomenergie aussteigen ODER das Klima retten kann – beides gleichzeitig geht nicht. Als Beleg wird dabei immer häufiger auf das Land mit der weltweit teuersten Energiewende und der vergleichsweise wirkungslostesten Klimapolitik verwiesen: Deutschland.

Markus Söder scheint fest entschlossen, Merkels Fehler zu wiederholen, indem er aus reinem Machtkalkül den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor erzwingen möchte. Damit würde er Deutschland auch verkehrspolitisch dorthin manövrieren, wo sich unser Land energiepolitisch bereits befindet: in die Sackgasse.

Eine Merkel 2.0 kann sich Deutschland schlicht nicht leisten. Vielleicht noch wichtiger aber ist: Einen weiteren deutschen „Ausstiegskanzler“ kann sich unser Klima nicht leisten.

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